Es ist wieder soweit. Die 9. Fotoparade steht an!

Michael von Erkunde die Welt hat wieder dazu aufgerufen – zur 9. Fotoparade 2019.

Bereits Ende letzten Jahres hab ich mit einem Jahresrückblick meiner Reisen mitgemacht. Das letzmalige Motto waren die folgenden Kategorien, zu denen man sein persönliches Lieblingsbild rausgesucht hat: “Abstrakt”, “Aussicht”, “Krasse Sache”, “Landschaft”, “Rot”, “Tierisch” und „Schönstes Foto“. Tolle Themen die einen dazu bewegen sein Jahr etwas mit Erfahrungen und Erinnerungen Revue passieren zu lassen. So öffnete ich meine digitale Fotokiste um für mich die passenden Bilder rauszusuchen. Darunter Bilder aus Neuseeland, Vietnam, Myanmar und Itaien. Meinen Blogbeirtrag „Ein ganzes halbes Jahr“ der letztjährigen Fotoparade könnt ihr Euch hier noch einmal ansehen.

 

6 Pärchen gegensätzlicher Begriffe

Statt den 6 Kategorien, wie im letzten Jahr, gibt es diesmal eine kleine Änderung bei der Fotoparade. Heuer soll es darum gehen, sich für einen der beiden Pärchen gegensätzlichen Begriff auszuwählen und für sich das passende Foto und Motiv zu finden. Ich finde das sehr spannend und freue mich darauf! Und hier sind die 6 Pärchen der gegensätzlichen Begriffe, die für diese Fotoparade vorgegeben wurden:

 

  • Stadtbild oder Landschaft
  • Tier oder Pflanze
  • Berge oder Meer
  • Fremdländlisch oder einheimisch
  • Sonnenaufgang oder Untergang
  • schwarz-weiß oder bunt

 

Jetzt wühlte ich mich also durch meine Bilder und Gedankenwelt und holte all meine Erinnerungen und Fotos von meinen Festplatten.
Und hier kommt nun meine Auswahl der Kategorien für die Fotoparade!

Landschaft

Auf meiner kleinen Weltreise, bei der ich das erste mal ganz alleine unterwegs war, war mein erster Stopp in Sri Lanka. Ein Land das ich mir auf meiner Strecke bis nach Australien als Zwischenziel ausgesucht hatte. Was mich genau erwartet, war für mich irgendwie unklar, aber umso spannender stürzte ich mich in das von mir schlecht geplante Abenteuer.

Auf der Rundreise durch das wunderbare und vielseitige Sri Lanka, machte ich mich auf in Richtung Ella. Der Weg dort hin führt nach vielen Aussagen, Blogartikeln und Reiseführer, über eine der schönsten Zugstrecken der Welt. In der Tat war diese Zugfahrt ein Erlebnis. Von Kandy aus startete ich meine Anreise mit dem Tuk Tuk zum Bahnhof. Das knatternde Gefährt wuselte sich bereits am frühen morgen durch das Verkehrschaos der Stadt Kandy. Wenn man bedenkt, das sich in so einem Tuk Tuk neben all den großen Fahrzeugen null Knautschzone befindet, sollte man nicht allzu empfindlich sein und etwas Abenteuerlust verspüren. Der ein oder andere wird vielleicht ein Leben an sich vorbeiziehen sehen. Auf dieser Reise ging es mir öfters so, aber mein lustiger Gedanke war meist „Meine Reise hat eben erst begonnen, ich muss noch andere Länder erleben.“

Zum Glück hatte ich bereits den Tag zuvor mein Ticket für die Fahrt nach Ella gekauft und konnte so getrost an allen anderen vorbeiziehen. Der freundliche Schaffner zeigte mir meinen Waggon und ich nahm Platz neben einer einheimischen Frau, die mir ihrer Familie unterwegs war. Sicherlich wurde für diese Reise lange gespart. Denn wenn für uns verhältnismäßig die Zugfahrt ein Schnäppchen ist, ist dies wahrlich nicht für den ein oder anderen Menschen in Sri Lanka der Fall.

Die Frau neben mir bot mir während der Fahrt etwas zum Essen an – Kichererbsen, Chilli, Zwiebeln und Kokosnuss. Sobald meine Portion aufgegessen war, lächelte sie mich an und gab mir noch eine weitere mit dem Zeichen, ich solle das auch noch essen. Traditionell habe ich mit der rechten Hand dieses einfache aber tolle Gericht gegessen. Wie mir die Frau dann mit wenig Englisch und Hilfe ihres Mannes erzählte, stand sie morgens schon ganz früh auf und hat dies alles für die 5köpfige Familie vor der Zugfahrt vorbereitet.

Nach Stunden im Zug war ich dennoch froh endlich am Ziel zu sein. Es ist Ella, eine Kleinstadt im Hochland von Sri Lanka. Mit dem Tuk Tuk und meinem Gepäck ging es dann zum AirBnB. Sofort startete ich noch eine kleine Abendrunde auf den Little Adams Rock und wurde mit einem ersten atemberaubenden Blick auf diese wunderbare Landschaft Sri Lanka´s belohnt. Es war eine gemütliche Wanderung hinauf auf den Little Adams Rock, dessen Name vom großen Berg stammt. Oben, ein Stück weiter, über den Grat, den nicht all zu viele Leute wagen, kann man noch etwas mehr Einsamkeit genießen und diese Stimmung auf sich wirken lassen.

Auf dem Weg zurück über den Grat erreicht man wieder den Ausgangspunkt des Little Adams Peak´s. Hier findet man diese Budda Statue, mit Gebetsfahnen und dem Ausblick auf den Regenwald. Daher gehörte für mich zum Thema Landschaft diese drei Bilder in einer Collage zusammen.

Pflanze

Nicht selten liegt das Schöne im Detail.

Die Reise zu diesem wunderschönen Blatt einer Palme führte mich nach Myanmar. Ich liebe es in kleine Seitenstraße einzubiegen, ohne Ziel oder auf die Karte zu blicken. Einfach treiben lassen. Manchmal entdeckt man dabei wahre Schätze, ein anderes mal die ungeschminkte Wahrheit eines Landes. Von all dem nimmt man seine ganz eigenen Erfahrungen mit.

Dieses Bild wurde in einer Seitenstraße von Myanmar aufgenommen. Eine Seitenstraße die an einem kleinen Bach entlang führte, an denen Einheimische ihren Müll verbrannten. Es zeigte das wahre Myanmar abseits von irgendwelchen Touristendingen – das hier, ist das Leben. Und dazwischen diese wunderschöne Palme am Straßenrand, zwischen Müll, Rauchschwaden vom verbrennen des Unrats und den Häusern derjenigen, die hier leben.

Jeder der auf Reisen ist, egal wohin es ihn verschlägt, sollte einmal von der Route abweichen und sich einfach treiben lassen. Durch die Straße einer Stadt, eines Dorfs oder einfach irgendwo im Nirgendo, die nicht im Reiseführer stehen. Es sich in sich aufnehmen und erleben!

Im August hatte ich dieses tolle Palmenblatt als Wallpaper verschenkt. Du findest alle und die nächsten hier oder meldest Dich ganz einfach zum Newsletter an und bekommst den Downloadlink ganz einfach per Email zugeschickt.

Meer

Meer – Ich bin Meer verliebt und will me(eh)r. Ich liebe das rauschen, das tosen, das fast schon Laute. Man blickt hinaus, unendlich. Man kann in der Ferne den Sonnenuntergang sehen und denkt, da wäre das Ende, aber das Meer ist noch viel größer, tiefer und unendlicher.

Dieses Bild ist auf meiner Reise durch West Australien entstanden. Genauer gesagt am Eighty Mile Beach. Dieser Strand ist unglaubliche 220 km lang und bekannt für wunderschöne, große und außergewöhnliche Muscheln. Natürlich bin ich sofort nach Ankunft an den Strand. Ich wollte barfuß den Sand auf meiner Haut spüren, sie vom Meereswasser umspülen lassen, den Wellen ausweichen und doch wieder wie ein kleines Kind hineinlaufen. Es war ein Spiel zwischen dem Meer und mir.

Es wurde langsam dunkel und ich beschloss den Weg zurück zum Campingplatz nehmen. So schlenderte ich am Strand im nassen Sand zurück. Am Horizont die untergehende Sonne und ein Farbenspiel, das sich minütlich änderte. Die Natur zeigte mir all ihre Farben am Himmel. Dann sah ich das Strandgut und überlegte nicht lange. Es zog mich irgendwie in den Bann. Davon wollte ich ein Foto machen, eine zarte Pflanze, die unter Wasser leicht hin und her wiegt, als zu Hause für den ein oder anderen Fisch dient. Jetzt liegt sie am Strand – am Eighty Mile Beach in Australien.

Die Stimmung am Strand war unbeschreiblich und ich kann nicht in Worte fassen, welche Emotionen in mir aufkamen. Es war einfach eine wunderbare Wärme und Dankbarkeit in mir. Danke für diesen wunderbaren Moment! Das ich hier sein darf, das ich das mit ansehen und spüren darf.

So schafft es das Motiv nicht nur in die Fotoparade, sondern sollte natürlich auch in meinen Kalender und ziert dort den September.

einheimisch

Eine Kategorie aus der Fotoparade die ich mir aus den zwei unterschiedlichen Pärchen bewusst so ausgesucht habe. Für mich tatsächlich auch eine kleine Herausforderung. Einheimisch! Wo ich doch von meinen Reisen so viele Bilder immer wieder mitbringe. Wäre da fremdländisch als Wahl nicht besser gewesen? Ich wollte mich selber testen und schauen, was habe ich in meiner Heimat fotografiert. Lebe ich doch im zauberhaften Bayern, mit seinen Wäldern, Bergen und vielen Seen, die ich zumeist mit dem Mountainbike erforsche. Nur selten bleibt hier die Zeit die Kamera ein- bzw. auszupacken und auf den Moment zu warten oder ihn zu erleben. Geht es mir in diesem Moment eher das Ziel nach oben zu erreichen und den nächsten Trail hinabzufahren.

Aber tatsächlich, vor einiger Zeit habe ich das Bike gegen meine zwei Füße auf dem Boden getauscht und den ein oder anderen Berg bestritten. Auf so einer Wanderung bleibt mehr Zeit und Langsamkeit das um sich herum wirken zu lassen. Also nahm ich meine Kamera mit in die Berge. Genauer gesagt geht es auf den Roßstein zur Tegernseer Hütte auf 1650 hm.

Wunderbare Bäume und dessen bunte Blätter leuchteten im Herbstlicht. Ich genoss jedes glitzern darin, denn bald werden sie braun und fallen von den Bäumen. Tolle und interessant geformte Bäume stehen am Wegesrand. Manch einer läuft achtlos hinauf, als wären sie bei einem Wettrennen. Ich sah in ihnen wunderschöne Bäume, verknotet, alt und mit einer langen Geschichte.

Auf dem Rückweg runter vom Berg, liefen wir durch diese Lichtung mit dem ganz eigenen Herbstlicht. Da packte ich meine Kamera aus dem Rucksack, hielt kurz inne und drückte den Auslöser. Das hier ist für mich Heimat – einheimisch.

Sonnenuntergang

Ich gehöre zur Kategorie „Sonnenuntergang“ sowohl mental, körperlich sowie für´s Bild. Daher war die Entscheidung gleich klar. Denn vom Sonnenaufgang gibt es nur wenige Bilder. Vielleicht hier und da im Urlaub, aber bei einem Langschläfer und Nachteule wie mir eher selten.

Das Reisen gehört zu mir! Es ist meine Art die Welt und das Drumherum kennenzulernen. Ich liebe es!
Aber das entdecken zu Hause hat seinen ganz eigenen Reiz. Dieses Foto habe ich in meiner Heimat Bayern aufgenommen. Entstanden an einem kalten Wintertag am Ammersee. Seit dieser Tage zieht es mich immer wieder zum fotografieren dort hin. Verändert sich die Landschaft in den Farben und in Jahreszeiten so oft und ist dabei immer einzigartig.

schwarz-weiß

Schon früh morgens gegen 5:00 Uhr mache ich mich auf dem Weg dort hin, wo sonst der Nachtmarkt der Stadt stattfindet. Der Weg führt hinaus zu all den Tempeln von Luang Prabang. Die Stadt Luang Prabang ist eine Provinz im Norden von Laos und zählt seit 1995 zum UNESCO Welterbe.

Morgens findet hier täglich der Almosengang (Tak Bak) der Mönche statt. Zwischen 5:00 Uhr und 06:30 Uhr morgens kann man die meisten Bewohner der Stadt auf der Straße sehen, teilweise festlich gekleidet mit einer großen Schüssel Klebreis, warten sie auf die buddhistischen Mönchen um ihnen jeweils etwas als Geschenk in ihre Schalen zu geben. Für das Karma!

Wenn man zu den Ersten Touristen gehört, die sich in den Straßen rund um den Tempel Wat Mai tummelt, erlebt man noch diesen Zauber dieser beeindruckenden Zeremonie. Die Ruhe und Stille. Ganz wortlos geht es dabei zu.

Als so langsam Ruhe in den Straßen einkehrte und sich mehr schaulustige Touristen umher trieben, machte ich mich bereits auf den Rückweg. Hier traf ich diese ältere Dame vor ihrer Schale voller Klebreis. Ich deutete auf meine Kamera um sie um ein Foto zu bitten. Es ist mir eine Ehre, wenn fremde Menschen mir vertrauen und einem Foto zustimmen. Also drückte ich den Auslöser und machte dieses Foto der gläubigen Frau auf den Straßen von Luang Prabang. Als ich ihr das Foto auf dem Display meiner Kamera zeigte, strahlte sie mich an und lachte und bedankte sich, so wie ich bei ihr.

Bilder können unterschiedliche Emotionen wecken. Dazu gehört zum wichtigsten Teil das Motiv selber, aber auch die Farbe entscheidet über die Stimmung eines Bildes. Schwarz-weiß verwende ich sehr gerne bei emotionalen Bildern, um diese Kraft durch die „Farbe“ mehr Ausdruck zu verteilen. Bei diesem Bild, die Frau in Luang Prabang, wollte ich ihre Emotion durch die schwarz-weiß Fotografie verstärken. Das Bild in Farbe kann bereits schon beim Betrachter ein Gefühl auslösen. Durch die s/w verleiht es ihm noch mehr Nachdruck. Aber entscheidet gerne selbst welches Bild in Euch mehr Kraft und Emotion auslöst.

Mein schönstes Foto 2019

Ist es schon eine kleine Herausforderung sich für ein bestimmtes Bild für die gegensätzlichen Pärchen zu entscheiden, darf es noch eine kleine Challenge bei der Fotoparade geben. Die Kategorie heißt: „Mein schönstes Foto 2019„. Schwierig! Denn Schönheit ist ja subjektiv. Daher entscheide ich mich hier nicht zwingend nach der technischen Umsetzung, die das Foto vielleicht zu einem „schönen Motiv“ macht, sondern nach dem Motto „meine persönlichen Emotionen“. So ist das in der Kunst! Ob es nun dem goldenen Schnitt entspricht oder eben einen ganz anderer, interessanter Ausschnitt ist der zum gucken, staunen und entdecken einlädt. So liegt dies doch immer im Auge des Betrachters was er für sich schön empfindet und welche Emotionen man in ihm hervorruft. Daher lade ich Euch zu meinem Foto des Jahres ein. Aufgenommen in Myanmar bei einer Rollertour durch Bagan. Diese jungen Mönche haben sich ein schattiges Plätzchen unter einem Bodhibaum gesucht, um zu quatschen, Witze zu machen und ein wenig am Handy rumzuspielen. Erst bin ich auf der sandigen Piste, zwischen all den alten Stupas vorbeigefahren und habe die Mönche in ihren leuchtenden Roben gesehen, bin aber dennoch weiter. Die Szene ging mir aber nicht aus dem Kopf und daher hielt ich nur wenige Meter danach an um das kleine Stück wieder zu den Mönchen und dem Baum zurückzulaufen. Mit Ehrfurcht hatte ich die Mönche dann in Englisch und Zeichensprache gefragt, ob ich sie fotografieren dürfte. Sie willigten ein und so entstand genau dieses Bild.

Hast Du auch Lust an der Fotoparade von Erkunde die Welt mitzumachen? Hier findest Du die die Anleitung. Vielleicht findest auch Du Dich in der Hall of Fame wieder. Dort kannst Du auch noch nach Lust und Laune durch weitere tolle Blogs und Bilder anderer Teilnehmer stöbern. Es lohnt sich!

“Desto weiter ich reise, desto näher komme ich an mich heran.“

– Andrew McCarthy

Eine jede Reise verändert einen. Ich liebe diesen Prozess. Es erweitert den Horizont. Man wäscht. Der Charakter wird gestärkt. So habe ich das mehr als passende Zitat zu meinen Gedanken und Gefühl gefunden. Auch die Reisen in 2019, gerade die Weltreise die ich alleine gemacht habe, stärkte mich und ließ mich weiter wachsen. Aber nicht nur Erinnerungen, Emotionen und Veränderungen habe ich von all den Reisen mitgebracht, sondern auch jede Menge Bilder. Einige davon habt ihr in dieser Blogbeitrag gesehen, einige finden sich hier auf meiner Seite und auf meinem Reiseblog wieder.

Eine große Veränderung gab es in diesem Jahr! Ich habe meinen eigenen Kalender im Selbstverlag herausgebracht!
Er enthält Bildern meiner Weltreise, als ich mit dem Camper West Australien entdeckt habe. Blättert doch einfach mal darin und lasst Euch inspirieren.

Kalender 2020

Australien – life´s a beach

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