„Meer“ sehn´ am Hamelin Bay

 

Den Cape Le Grand National Park lasse ich hinter mir und träume auf meiner Fahrt durch´s australische Outback weiter vom türkisfarbigen Meer und dem unglaublichen Sandstrand von Lucky Bay.

Es geht wieder auf die Straße. Auf der National Route 1 geht es weg vom schönstem Strand Australiens, wieder hinein ins Outback. Für mich hat alles seinen eigenen Reiz. Wenn manch einer behauptet es wäre kahl und öde im Outback, kann ich nur sagen, wie wunderbar abwechslungsreich es hier ist.

Alleine das unterschiedliche rote Farbenspiel der Erde zu den verschiedenen Zeiten ist eine unglaubliche Zauberei der Natur.Es geht vorbei an Roadsigns und kreativen Briefkästen, die aussehen wie eine Teekanne und eine eckige Kuh, die am Ende einer staubigen roten „Unsealed Road“ stehen, die noch weiter ins Outback hineinführen..Wie aus dem Nichts erscheint eine Farm mit Merino Schafen. Die Schafe sind kaum erkennbar, da sie sich farblich gut in die karge Umgebung anpassen. Nur ein kleines Schild auf der großen Weide weist darauf hin. Und die Schafe, die sind Menschen nicht gewohnt, hauen ab und betrachten den einzigen Mensch der gerade vor ihnen steht von einer größeren Distanz.

Hamelin Bay

Mein heutiges Tagesziel ist der Hamelin Bay Beach.

Hamelin Bay ist eine Bucht, die auf meinem Weg zurück an der Südwestküste Westaustraliens zwischen Cape Leeuwin und Cape Naturaliste liegt.

Am Strand von Hamelin Bay schwimmen ganz besondere Meeresbewohner im klaren und türkisfarbigen Wasser. Fast täglich kommt eine Rochenfamilie ganz nah an den Strand herangeschwommen, um scheinbar neugierig die Touristen zu beobachten, die wiederum diese faszinierenden Tiere, dabei betrachten, wie sie  scheinbar schwerelos durch´s Wasser gleiten.

Ich will mehr vom Meer!

Und es scheint so, als möchte es mir alles zeigen. Delfine die mich beim Strandsparziergang begleiten, Rochen die einem über die Füße gleiten und Muscheln, die so groß sind, wie meine Hand.

Imposant rollen die Wellen auf mich zu. Dennoch kommen sie nur sanft am Strand an. Das Geräusch des Meereswassers erinnert an die Ahoi Brause aus meiner Kindheit. Und auf ihrem Weg zurück ins Meer, nimmt dich die Welle manchmal ein Stück mit hinein.

Jede Welle bricht einzeln hinterlässt aber jedes mal eine einzigartige Formation und eine folgt der anderen, fast als würde nacheinander Dominosteine fallen.

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Es wird Zeit zu gehen. Die Sonne taucht langsam am Horizont hinab um im Meer zu versinken. Dann begegnet mir dieser Mann. Mit weitem Blick auf´s Wasser lässt er scheinbar seinen Tag ausklingen. Wir lächeln uns schweigend an und irgendwie erinnert mich diese Szene an das Buch von Ernest Hemingway: „Der alte Mann und das Meer„*


Er war ein alter Mann und fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen. Die ersten vierzig Tage hatte ihn ein Junge begleitet. Aber nach vierzig Tagen ohne einen einzigen Fisch hatten die Eltern des Jungen gesagt, der alte Mann sei jetzt endgültig und eindeutig ´salao`, was die schlimmste Form von glücklos ist, und derJunge war auf Geheiß mit einem anderen Boot gefahren, das in der ersten Woche drei gute Fische fing. Es machten den Jungen traurig, wenn er sah, wie er alte Mann täglich mit seinem leeren Boot hereinkam, und er ging immer hin und half ihm, die aufgeschossenen Leinen oder den Handhaken, die Harpune und das um den Mast gewickelte Segel an Land zu tragen. […]

[…] Doch nachdem Santiago wieder einen ganzen Tag lang umsonst gewartet hat, beißt ein sehr großer Fisch an und zieht ihn und das Boot hinaus aufs offene Meer. Ein ungleicher Kampf beginnt.  […]

 

 

 

 

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