Ein Symbol des Garda Trentino´s – dem Tremalzo so nah

Von Silvia|31. August 2018|Reisen|0 Kommentare

Entlang der Strada del Ponale hinauf nach Pregasina zum Punta Larici

Wenn man sich durch die Gassen von Riva del Garda geschlängelt hat, sich vielleicht noch ein Eis gegönnt hat, der kann jetzt die Strada del Ponale hochstrampeln oder zu Fuß lustwandeln. Eines sei Vorweg gesagt, man wird mit zahlreichen Aussichtsmöglichkeiten belohnt.

Damals eine Mutprobe, dient diese in die Felswand gehauene Straße nun als Pfad für mehr als 400.000 jährlichen Radfahrern und Wanderern.

Man startet am See und der Weg schlängelt sich entlang der Felswände und führt immer weiter den Berg hinauf. Unvorstellbar das diese Straße damals ab 1851 befahrbar war. Bevor sie vor kurzem für die jährlichen Besucher saniert wurde, sah sie noch abenteuerlicher aus. Die Straße diente dazu die Transporte zu vereinfachen und damit die Wirtschaft zu stärken. Denn zur damaligen Zeit waren die Wege schwierig und lang und führten oftmals über Berge, um den See zu erreichen. Die Bewohner von Ledro waren somit während der industriellen Revolution durch die langen und langsamen Transporte nicht korrurenzfähig. Dies änderte sich mit der Ponale und man eröffnete neue Absatzmöglichkeiten.

Wer damals die Ponale mit dem Bus oder einem LKW befuhr, galt als mutig und zugleich guter Fahrer. Präzise und zentimetergenau hatten die Fahrer ihr Fahrzeug entlang lenken müssen. Teilweise haben sie sogar Luft auf dem Reifen gelassen um eine Berührung des Felsens zu verhindern.

Tagsüber war die Straße beidseitig befahrbar und führte oft dazu, dass Fahrer die sich hier nicht auskannten, aus ihrer verklemmten und blockierten Situation samt LKW und Anhänger hat bergen müssen. Damit entschieden sich die meisten Fahrer eher Nacht zu fahren, denn dann durfte nur eine Richtung befahren werden.

So wunderte es einen nicht, dass Menschen die in ihrem Lebenslauf angaben, auf dem Ponaleweg gefahren zu sein, ein souveräne Sicherheit und eiserne Nerven zugeschrieben zu bekommen.

Nicht nur dadurch machte die Straße Geschichte, sondern auch im ersten Weltkrieg. So befürchteten die Österreicher, dass man sie von der italienischen Seite über den Ponaleweg angreifen könnte. Sie bauten komplexe Systeme zur Verteidigung aus Tunneln, Festungen, Artilleriestellungen, Unterstände und Wachposten. Wenn man heute den Weg entlang geht, kann man sie unter Oleander und Zypressen wieder entdecken.

So sieht sie leider seit Anfang 2018 nicht mehr aus. Für eingefleischte Mountainbiker hat die restaurierte Ponale etwas an Charme verloren. Der Reiz waren die natürlichen Hindernisse und leichten Sprünge die man bei der rasanten Abfahrt hat machen können. Jetzt ist sie für Jedermann zugänglich und „unschädlich“ gemacht worden. Klar strukturiert gehen die Fußgänger auf der einen und die Radfahrer befahren die andere Seite. Vorsicht ist dennoch geboten. Für ungeübte Fahrradfahrer kann der lose Untergrund zu einer kleinen Herausforderung werden.

Wer als Fortbewegungsmittel das Mountainbike gewählt hat und nach dem Café an der Ponale weiterfährt, hinauf Richtung Pregasina, der kann bei einer Verschnaufpause diese Aussicht genießen und kommt dem Tremalzo näher.

Nun gut, bis zum Ziel ist es noch ein gutes Stück und nach dem erreichen der ersten Etappe, liegen noch einige Höhenmeter vor einem, bis man den Tremalzopass erreicht hat.

Aber jetzt geht erst erst einmal weiter zum ersten Stopp, dann sind die ersten 532 Höhenmeter geschafft.

Oben in Pregasina angekommen, erwarten einem glühende Oberschenkel, dafür aber die weltbesten Spaghetti alio Olio – zum niederknien. Wer noch etwas Kaloriendefizit hat, der kann bei selbstgemachten Dolce noch einmal kräftig zuschlagen, bevor es weiter geht.

Wer immer noch nicht genug hat, der packt seinen Drahtesel, allerdings ab hier sollte man einen guten fahrbaren Untersatz unter sich haben, der legt sich nochmal ins Zeug und lässt die Muskeln brennen.

Denn von den bereits erstrampelten 532 Höhenmeter gibt es knapp das Doppelte noch einmal auf den Tacho drauf. Aber es lohnt sich. Denn dann hat man den Punta Larici auf 907 Höhenmeter erreicht und kann stolz über den Gardasee blicken. Abwärts geht es den selben davor beschwerlichen hinaufgestrampelten Weg und über lange geniale Trails.

Auf dem Monte Baldo den Gardasee von oben bewundern

Wer vom Gardasee und von der Höhenluft nicht genug bekommen kann und keine Lust auf eine anstrengende Bike Tour hat, für den gibt es eine angenehme Weise den Blick über den Gardasee von oben schweifen zu lassen. Wie wäre es vom Monte Baldo? Aus fast 2000 Meter Höhe hat man den Rund-um-Blick.

Ganz bequem geht es mit der Seilbahn rauf auf den Berg. Hier muss man sich dann nur noch entscheiden ob man nun ganz hinauf fährt, oder den Rest ab der Mittelstation läuft. Auf 30 km Wander- und Spazierwegen gibt es sicherlich noch den ein oder anderen schönen Aussichtspunkt.

Die ganz Fleissigen können ab Malcesine in nur 4 Stunden den Berg zu Fuß erklimmen und ist dann in Tratto Spino auf 1800 Höhenmeter. Sport- und Naturbegeisterte komemn dabei voll und ganz auf ihre Kosten

Ein paar Infos zur Seilbahn des Monte Baldo´s*

– Via Navene Vecchia, 12, 37018 Malcesine VR, Italien
– Saison bis 11. November 2018, täglich 08.00–19.00 Uhr im 30-Minuten-Takt
– Einzelfahrt Malcesine bis Monte Baldo: 15 Euro, Hin- und Rückfahrt: 22 Euro

Allerdings sind die Wartezeiten erheblich.
Tipp: Eine günstigere und schnellere Alternative, die auch nicht jeder kennt, ist der Sessellift.

*unbezahlte Werbung | aber kennzeichnungspflichtig wegen Namensnennung

 

Wer gerne in die Pedalen tritt, dem kann ich dieses Buch empfehlen:

Mountainbiketouren fürs Wochenende Band II:
Die schönsten 35 Touren für 6 verlängerte Wochenenden
**

Die Touren sind sorgfältig aufbereitet mit detaillierter Beschreibung, zahlreichen Fotos, Kartenskizze, GPS-Track und Höhenprofil. Besonders interessant finde ich auch die Hintergrundinfos die zu dem jeweiligen Gebiet vorgestellt werden.

Da die Ausgabe von Dezember 2016 ist, empfehle ich immer noch etwas Eigenrecherche zu betreiben, hinsichtlich GPS Daten.

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