Istanbul´s Liebe

Von Silvia|August 8, 2017|Reisen|0 Kommentare

„Merhaba“

sagt man zur Begrüssung in der Türkei.
Es bedeutet ein freundliches „Hallo“ oder auch „Guten Tag!“.

Mit ca. 10 Millionen Einwohnern scheint Istanbul die türkische Metropole zu sein und liegt sowohl auf der europäischen, wie auch auf der asiatischen Seite beider Kontinente. Istanbul wurde in der Antike „Konstaninopel“ genannt und ist eine der ältesten noch bestehenden Städte die es auf der Welt gibt. Die Stadt kann auf eine dreitausendjährige Historie zurückblicken und erinnert bei einem Stadtbummel mit vielen osmanischen Baustilen an ihre Vergangenheit.

Kommt also mit, besucht mit mir zusammen zwei Kontinente, erlebt eine jahrzentelange Geschichte, Eindrücke von 1001 Nacht und die Katzen Istanbuls.

Warum Katzen in dieser Stadt eine große Rolle spielen, soll euch bei eurer Reise durch diesen Blogeintrag immer wieder begegnen und einen Einblick geben, warum es hier und da noch Könige und Königinnen gibt, die eigentlich die Stadt regieren. Manchde davon sind berühmt, manche in ihrem Viertel bekannt und andere widerum werden akzeptiert.

Erinnert ihr euch noch an „Tomili“ dem lässigsten Kater Istanbuls? Wie sehr die Einwohner von Istabul ihre Samtpfoten mögen, merkt man spätestens nach dieser Geschichte. Seine Geschichte  findet ihr hier.

Jetzt wünsche ich Euch schon mal eine schöne Reise in eine orientalische und bunte Welt von Istanbul. 

 

 „Süß lass uns essen, süß lass uns sprechen“

So lautet ein türkischs Sprichwort.

An jeder Ecke in Istanbul sind sie zu finden, aber nicht überall schmeckt es gleich gut. Diese Herren zeigen den Touristen ihre Art der Bonbon Macherei, aber die Wahre Süssigkeit, das beste Baklava findet ihr bei Cigdem Pastanesi. Eine wahre Geschmacksexplosion. Süss, so dass man alles um sicher herum vergisst und danach sich von oben bis unten waschen muss, da der klebrige Honig-Zucker-Gus überall hinunterläuft.

Wer wirklich gutes Baklava probieren möchte, der sollte unbedingt in dem Laden vorbei schauen. Aber Achtung, absolutes Suchtpotential und man kommt aus dem staunen nicht mehr raus, welche Köstlichkeiten dort in der Auslage zur Schau gestellt werden.

Aber Baklava ist nicht die einzige Süßspeise die Istanbul zu bieten hat, nur den meisten ist diese bekannt, da einige der Süssigkeiten eine rituelle Funktion hat. So reicht man bei einigen Festen oder Feiertagen >>Lokum<< am Tag des Fastenbrechens gereicht. Eine weitere süße Köstlichkeit ist das kalorienreiche Dessert aus dünnen Reisblättern, mit gesüsstem Rosenwasser aromatisierter Milch getränkt und im Anschluss mit Granapfelkernen sowie Walnüssen serviertes >>Güllâç<<.

Auch der bekannte türkische Honig ist eine Spezialität. Er besteht aus einfachen Dingen wie Sesam, Zucker und Honig.Traditionell wird er eher bei Beerdigungen und Beschneidungen aufgetischt.

Bei uns nicht so bekannt, aber bei den Istanbulern beliebt, >>Muhallebici<<, sogenannter Pudding aus Reismehl. Er wird meistens im Ofen gebräunt und als dicker Reispudding serviert. Die Türken lieben ihre Süssigkeiten und ich sie auch.

Gleich in der Nähe vom Baklava Geschäft gibt es an der Ecke einen kleinen Einheimischen Imbiss mit köstlichem Reispudding. Hier solltet ihr unbedingt reinschauen.

 

Die Moschee von Istanbul

Die Dichte an Moscheen ist hier in Istanbul sehr groß und steigt noch stetig an. Ihre Bauten reichen von einfach bis prächtig bis hin zu modernen Gebäuden.Die wohl bekanntesten die bei einem Stadtbesuch nicht fehlen sollten ist die Hagia Sophia und die blaue Moschee, die nur ca. 500 m von der Hagia Sophia entfernt liegt.

Der Besuch beiden Moscheen ist möglich und kostenfrei. Auf Rücksicht der Gläubigen sollte man zum einen angemessen gekleidet die Gotteshäuser besuchen,
sowie ausserhalb der Gebetszeiten tun.

Eigentlich war die Hagia Sophia vormals eine Kirche, bis sie zu einer Moschee ernannt wurde und heute unter anderem als Museum genutzt wird.
Bemerkenswert ist die Archiektur sowie die Kuppelbasilika. Ein Besuch lohnt auch hier.

Selbst der ehemalige US Präsident Barack Obama machte seine eigene Begegnung mit den Katzen von Istanbul als er die Hagia Sophia besuchte.

Vor laufender Kamera traf der Präsident nicht nur den Regierungschef, sondern auch den dreijährigen Kater „Gli“.
Er ist einer der sieben Hauskatzen der Moschee und lebt schon seit Geburt an dort.

Zusammengerollt und entspannt beobachtete „Gli“ den hohen Staatsbesuch und nahm ungerührt seine Huldigung entgegen.

Die blaue Moschee wird sie überwiegend in Europa genannt, da sie großzügig mit weißen und blauen Fließen ausgestaltet ist.
Der richtige Name lautet >>Sultan-Ahmed-Moschee<< und wurde vom gleichnahmigen zum Bau in Auftrag gegeben. In Istanbul gilt sie als Hauptmoschee.

Auf keinem Fall sollte man die Fahrt auf dem Bosporus auslassen. Sie führt entlang an alten Holzvillen und osmanischen Palästen.
Man lässt sich mit dem Boot zwischen Asien und Europa hin und her schippern und genießt die Brise Meer.

Zugleich kann man die Weitsicht auf die Stadt genießen und Istanbul vom Wasser aus beobachten.

Also lässt man sich gemütlich über das Wasser treiben, genießt die Aussicht und ist in wenigen Minuten auf einem anderen Kontinet – Asien. Auch hier lohnt ein kleiner Ausflug durch die Gassen, fernab vom Touristenstrang und das alles mit einem einfachen Linienschiff, dass die Arbeiter und Menschen von Istanbul nach Hause bringen.

Wenn man dort so sitz, am Bosporus, mit einer Tasse Tee und den Blick auf die Stadt, so verschmilzt man mit der Kultur. Nebenan sitzen Einheimische und spielen ein Brettspiel, Pärchen liegen sich im Arm und schauen gen Horizont um den Sonnenuntergang zu genießen und ein Stück weiter, auf der Mauer ein paar Jugendliche die scherzen.

Çay – das Getränk in der Stadt

Zu jeder Gelegenheit trinkt man ihn – den sogenannten Çay. Egal zu welcher Uhrzeit, ob zum Frühstück, nach dem Mittagessen, bei der Arbeit oder einfach nur zwischendurch bei einer netten Unterhaltung, man genießt ihn und teilt ihn mit Freunden und als Geste der Gastfreundschaft.

Auf alle Fälle gehört jede Menge Zucker rein.

Aber auch die Zubereitung und einschenken ist eine eigene Kunst. Zwei Kannen stehen aufeinander auf dem Herd. Von dem unteren brodelt das heiße Wasser undin der oberen Kanne befinden sich die Teeblätter. Dadurch entfaltet sich das Aroma durch den von unten kommenden Wasserdampf.

Seine leuchtrote Farbe erhält der Tee durch das anschließende aufbrühen und kommt besonders gut zur Geltung, wenn man ihn in tulpenförmigen Teegläsern serviert. Es ist eine Mischung aus dem heißem Wasser und dem Konzentrat.

Wer Fisch mag, sollte unbedingt an der Galatabrücke einen Stopp einlegen und sich dort an den unzähligen Ständen eine Fischsemmel probieren. Mehr als frisch geht nicht.

Vielleicht entdeckt der ein oder andere die schläfrigen Sonnenanbeter, die sich eingerollt, das Fell schimmernd auf der Markise der Fischverkäufer, liegende Fellknäue, beqem gemacht hat.

Und was liegt näher als nach dem Erwachen frech von der Markise dem Fischverkäufer sanft mit der Pfote auf dem Kopf darauf aufmerksam zu machen, dass es Zeit wäre ein Stück Fisch. Die kleine Markele wird dem Stammgast selbstverständlich schnell nach oben gereicht. Guten Appetit.

Nein, das Bild der Straßenkatze wäre hier Fehl am Platz. Die Istanbuler lieben ihre Straßentiger. Selbst wollen sie sie nicht in der Wohnung haben, dennoch wird sich mit Hingabe, liebevollen Streicheleinheiten und Gaumenschmaus um die Samtpfoten gekümmert.

Es scheint so, als hüten die Fellnasen ein Geheimnis, denn eigentlich gehört und regieren sie die Stadt und ihr Personal ist ihnen untertan. Das Ritual ist in allen Stadteilen, Gassen, Hinterhöfen und Parks zu beobachten. In der Hand die Schüssel mit Milch, Trockenfutter im Beutel und vielleicht sogar noch ein Stück Fisch oder Fleisch. So huldigen die istanbuler ihre Katzen.

Ihre öffentliche Liebe stellen sie zur Schau und streicheln ihre Samtpfoten nach dem Essen oder bringen sie sogar zum Tierarzt. Die Liebe zu ihnen scheint groß zu sein.

Dennoch, ihr Revier bleibt weiterhin die Straße und gehören zum Stadtbild dazu, denn eigentlich gehört ihnen die Stadt und die Bewohner zu ihrem Königreich.

Einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte im europäischen Teil der türkischen Metropole ist der Taksim-Platz. Von hier aus führen die verkehrsreiche Straßen in alle Himmelsrichtigungen.

Trotz des zentralen Punktes befindet sich dort ausgehend die Grande rue de Pera, die Fußgängerzone die zu einem kleinen Bummel einlädt. Aber Achtung: hier verkehrt auch die historische Straßenbahn inmitten der Fußgängerzone.

Simit – der Sesamkringel – auch hiervon sollte man einmal kosten. Auf dem Taksim Platz gibt es mehrere solcher Verkäufer die frische Simit verkaufen. Aber auch an der Galatabrücke, neben den Fischbrötchen, gibt es diese Köstlichkeit zu kaufen.

Orientalischer Flair auf dem Basar

Sofort steigt einem der Duft von orientalischen Gewürzen in die Nase. Ein Hauch von Zimt, Nelke, Kardamon und vielen Düften, die man zwar kennt, aber nicht beim Namen nennen kann. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt, die Düfte, das Stimmengewirr und die tüchtige Geschäftsleute.

Und auf einmal verschwindet man im Getümmel und lässt sich Treiben. Schon ist man mittendrin, im Bazar, dem bunten Treiben und feilschen. Etwas Romantik legt sich über den orientalischen Flair, die Gebäude, die Kaufleute auf dem Markt, exotische Ware und buntes Allerlei. Man schlengelt sich durch die engen Gassen, gesäumt von geknüpften Teppichen, Goldwaren, Gewürzen und allerlei Handwerken. Es scheint wie ein Labyrinth mit nie endenen Wegen. Hier bekommt man alles was alltäglich ist, aber auch Dinge, die vielleicht im Internet gekauft werden könnne. Aber schnell wird klar, hier geht es um den Akt selbst, dem Kaufen, dem handeln und feilschen. Es ist ein taktisches Spiel zwischen Händler und Kunde. Respektvoll und durchdacht. Jeder macht seinen Zug und versucht mit Argumenten zu überzeugen. Der Händler lobt die fabelhafte Qualität und das er Kind und Frau zu Hause alleine zu versorgen. Irgendwann wird man sich einig und jeder geht insgeheim als Sieger nach Hause.

Buchtipp*:

Die Basare Istanbuls: Mosaik einer sinnlichen Welt mit 30 Rezepten


„Das Basarviertel Istanbuls ist wie ein Spiegel der Stadt selbst: vielfältig und hektisch, atemberaubend schön und chaotisch zugleich.
Auf der historischen Halbinsel buhlen jahrhundertealte Markthallen, Moscheen und Lagerhäuser mit neuen Betonbauten
und Straßenbuden um den begrenzten Platz.
Geräumige Geschäfte mit hell beleuchteten Schaufenstern konkurrieren mit kleinen Kramerläden in dunklen Gassen –
eine Synthese aus Tausend-und eine-Nacht und globalem Chic.“

Die große Katzenliebe

Einer Legende zufolge soll der Prophet Muhammed für seine geliebte Katze Müezza ein Stück von seinem Mantel abgeschnitten haben, damit sie beim Schlaf nicht gestört würde, nachdem er aufstehen musste. Man glaubt, dass die vier Linien, die sich meist auf den Katzenköpfen befinden, Abdrücke seiner streichelnden Hand wären.

Eine andere Katze vertriebt eine giftige Natte die den Propheten Muhammed beissen wollte. Als Dankbarkeit streichelte er ihr über den Rücken. Seither glaubt man, falle keine Katze mehr auf den Rücken, sondern immer auf ihre Füsse.

Jetzt findet diese außergewöhnliche Katzenliebe Platz im Kino.

 

KEDi – Mehr als nur ein Dokumentarfilm

„KEDi ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm über Haus- und Straßenkatzen, die man hin und wieder unterwges trifft. Vielmehr beleuchtet der knapp 80 Minuten lange Film die mehrere hunderttausend Katzen, die schon seit vielen Jahrhunderten in den Straßen von Istanbul frei umherwandern. Auf emotionale Art und Weise erzählen die Anwohner Istanbuls, wie selbstverständlich das Zusammenleben funktioniert und wie sie die Leben der Bewohner bereichern.“

„Tausende von Katzen streifen täglich durch die Straßen von Istanbul.
Sie gehören niemanden und sind doch ein fester Bestandteil der Gesellschaft.
Dies ist ihre Geschichte.“


Schaut euch den Trailer an und lasst Euch verzaubern:


Es heißt, Katzen seien sich der Existenz Gottes bewusst.
Für den Hund ist der Mensch Gott. Nicht so für die Katze.
Sie weiß es besser.

 

KEDI – VON KATZEN UND MENSCHEN
Kinostart: 10.08.2017
Wer wissen will wo ihr den Film als erstes sehen könnt, schaut auf der offiziellen
Facebook Seite von „Kedi von Katzen und Menschen“ vorbei.

In den Hauptrollen:
Sari – die Gaunerin
Bengü – die Liebhaberin
Eine grau Getigerte Katzenlady, hat so ziemlich alle Männer in ihrer Umgebung um den Finger gewickelt. Sie residiert in einer industriellen Nachbarschaft, umgeben von Metall, Ketten und Seilen. Schon von Weitem ist ihr Schnurren zu hören.
Psikopat – die Psychopathin
Deniz – der Schmetterling
Aslan Parcasi – der Jäger
Duman – der Gentleman
Duman lebt in einer der schicksten Gegenden Istanbuls und hat in den Eigentümern eines extravaganten Feinschmecker-Restaurants Verbündete gefunden. Er marschiert nicht einfach direkt in den Laden, sondern wartet geduldig draußen und starrt die Kellner so lange an, bis sie ihm Essen zubereiten.
Gamsiz – der Spieler
Man sollte sich von Gamsiz‘ unschuldigem kleinen Gesicht nicht täuschen lassen. Er ist ein beeindruckender Kater, der all seine menschlichen Nachbarn kennt und weiß, welches Futter er von wem erschleichen kann.

»Istanbul ist ein riesiger Zwinger«
Schrieb bereits der Italiener Edmondo de Amicis vor 150 Jahren.


 

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